Sonderausstellung

Original oder Fälschung? Mini-Ausstellung mit Werken von Albrecht Dürer

Mit einem künstlerischen Leckerbissen öffnet das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake nach der mehrwöchigen Corona-Zwangspause nun endlich wieder seine Tore. „Wir zeigen einige unserer wertvollsten Grafiken“, verspricht der stellvertretende Museumsdirektor Dr. Heiner Borggrefe. Die Besucher können sich auf eine Mini-Ausstellung mit original Werken von Albrecht Dürer höchstpersönlich freuen. Der 1471 in Nürnberg geborene Künstler ist einer der wichtigsten Vertreter der Renaissance.

 

Sowohl christliche als auch sozialkritische Motive sind im Rahmen der Dauerausstellung zu sehen. So zum Beispiel Dürers Kupferstiche „Bauern im Gespräch“, „Bauer und Frau“ oder auch „Verlobung Marias“. Dass sich diese Werke in der umfangreichen Grafik-Sammlung des Hauses befinden, ist vor allem der finanziellen Unterstützung des Freundeskreises des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake und der Kulturinitiative „Frauen für Lemgo“ zu verdanken.

 

Doch damit nicht genug. Gezeigt werden im Rahmen der Mini-Ausstellung auch drei Blätter von Johann Wierix, der Albrecht Dürers Werke im wahrsten Sinne des Wortes „abgekupfert“ und sogar dessen Signatur kopiert hat. Originale und Fälschungen sind dabei kaum zu unterscheiden. Letztere stammen aus dem Nachlass eines Sammlers. Von Wierix zu sehen sind „Maria und Kind – von Engeln gekrönt“, „Christus als Schmerzensmann“ und „Christus am Kreuz“.

 

Mit dem Kupferstechen haben sowohl Dürer als auch Wierix viel Geld verdient. „Besonders bemerkenswert ist dabei die atemberaubende Feinheit der Arbeiten“, betont Dr. Heiner Borggrefe.

Zu sehen ist die Mini-Ausstellung im Rahmen der Dauerausstellung jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 3 Euro für Erwachsene. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

 

 

Fotos: Eckehard Deichsel, Restaurator im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake, hat die Grafiken von Dürer und Wierix gekonnt in Szene gesetzt.

 

 

„Drei bewaffnete Bauern“ – Kupferstich von Albrecht Dürer. Copyright: Weserrenaissance-Museum Schloss Brake

 

 

Hasen und Heilige

Rosemarie Sprute – Bernhard Sprute.

Echo der Renaissance

Sie sind den Alten Meistern der Renaissance auf der Spur, lassen sich von ihnen inspirieren und kreieren daraus etwas aufregend Neues. Die Rede ist von den Künstlern Rosemarie Sprute und Bernhard Sprute. In Kooperation mit dem Weserrenaissance-Museum Schloss Brake und der Lippischen Kulturagentur des Landesverbandes Lippe haben sie die Sonderausstellung „Hasen und Heilige“ auf die Beine gestellt.

Die Sonderausstellung liest sich wie ein Echo auf die Renaissance. Seit vielen Jahren beschäftigen sich Rosemarie und Bernhard Sprute mit dieser faszinierenden Epoche. Für die bevorstehende Sonderausstellung haben sie sich ganz konkret mit herausragenden Werken auseinandergesetzt, die im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake zu sehen sind. Darunter unter anderem die Gärten von Hans Vredeman de Vries oder auch das Stillleben von Joachim Beuckelaer.

„Hasen und Heilige“ –  der Name ist bei dieser Sonderausstellung Programm. Denn die in Bad Oeynhausen lebende Künstlerin Rosemarie Sprute lässt heilige Frauen, Sibyllen, Sultane und venezianische Dogen in einer faszinierenden Atmosphäre erscheinen. Die Reihe der weiblichen Heiligenfiguren entstand in der Auseinandersetzung mit Gemälden des spanischen Malers Francisco de Zurbarán. Die ausgestellten großformatigen Arbeiten zeigen Frauen mit unterschiedlichen legendenhaften Lebensgeschichten wie beispielsweise Casilda von Toledo, Rufina von Sevilla oder Isabel von Portugal. Rosemarie Sprute spannt den Bogen von gestern zu heute und öffnet somit den Blick auch für gegenwärtige Problemfelder: Märtyrerinnen des sogenannten Islamischen Staates, Rolle der Frau in der katholischen Kirche sowie die Ursachen und Folgen von religiös motiviertem Handeln.

„Mein Malprozess ist paradox und von Widersprüchen geprägt“, so beschreibt Rosemarie Sprute selbst ihre Arbeitsweise. Bei ihr geht es um das Auf- und wieder Abtragen von Farbe, Konstruieren und Dekonstruieren von Figuren, Auflösen von einzelnen Bildbereichen und Schaffen einer fragmentarischen, diffusen, quasi unlogischen Oberfläche.

Ganz anders arbeitet hingegen Bernhard Sprute. Er trägt die Farbe sehr dick auf die Leinwand auf und versucht auf diese Art, das Wilde und Ursprüngliche der Natur einzufangen. Tiere liegen dem gebürtigen Detmolder dabei besonders am Herzen – sowohl tot als auch lebendig. In Anlehnung an die niederländische Stilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts präsentiert er in der Sonderausstellung unter anderem einen plastisch gestalteten Hasen.

 

Auch in dem Gemälde „Kreis der toten Tiere“ hat Bernhard Sprute den symbolträchtigen Hasen festgehalten. Seite an Seite mit Vögeln und Bienen hat er ihn im Kreis arrangiert, sich leicht berührend, im Tode vereint, mi den Farben Rot und Grün spielend.

Die Ausstellung ist bis zum 2. August jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake zu bestaunen.

 

„Hasen und Heilige“ – Rosemarie Sprute und Bernhard Sprute

 

Interview mit den Künstlern:

Lemgo. Sie sind den Alten Meistern der Renaissance auf der Spur, lassen sich von ihnen inspirieren und kreieren daraus etwas aufregend Neues. Die Rede ist von den Künstlern Rosemarie Sprute und Bernhard Sprute. In Kooperation mit dem Weserrenaissance-Museum Schloss Brake und der Lippischen Kulturagentur des Landesverbandes Lippe haben sie die Sonderausstellung „Hasen und Heilige“ auf die Beine gestellt. Am Sonntag, 29. März, hätte sie eröffnet werden sollen.

 

 

Die Kunsthistorikerin Dr. Mayarí Granados von der Lippischen Kulturagentur des Landesverbandes Lippe hat in der Corona-Zwangspause ein Interview mit den beiden Künstlern geführt:

 

 

„Herr Sprute, Ihr Umgang mit der Farbe ist auf den ersten Blick „klassisch“, das heißt, sie tragen die Farbe auf, um Ihr Motiv zu erzeugen. Nun tragen Sie aber oftmals so viel Farbe auf, dass eine reliefartige Struktur entsteht, die Teil der Arbeit ist. Dabei ist sowohl die Farbe wichtig, als auch die Linie. Was ist für Sie das Besondere Ihrer Technik?“

 

 

Bernhard Sprute: „Ich trage die Farbe sowohl sehr flüssig, als auch dick-pastos auf. Die flüssig verdünnte Ölfarbe dringt Flächen und Flecken bildend in den saugfähigen Untergrund ein und schafft so eine räumlich-atmosphärische Wirkung. Dagegen die pastose Malerei in linearen Strukturen – Ölfarbe direkt aus der Tube oder Montagekleber mit der Kartusche aufgetragen – führt zu reliefartigen dreidimensional wirkenden Bildmotiven, die sich dem Betrachter nach vorne hin eröffnen. Diese, größtenteils in Konturen gemalt, machen Durchblicke möglich und verbinden sich so in Form und Farbe mit dem Hintergrund.“

 

 

„Frau Sprute, Sie gehen praktisch den anderen Weg: Sie tragen zuerst Farbschicht um Farbschicht auf, um dann durch Entfernen untenliegende Schichten wieder sichtbar werden zu lassen: warum?“

 

 

Rosemarie Sprute: „Eine berechtigte Frage. Meine Arbeitsweise des Auf- und Abtragens hat ja den Anschein des Unlogischen und Sinnlosen. Und tatsächlich ist mein Malvorgang ein paradoxer Akt. Aber ein Paradoxon hat eindimensionalem Denken schon öfter Mal auf die Sprünge geholfen und zu überraschend brauchbaren Schlussfolgerungen geführt.

Außerdem gefällt es mir, wenn ein Bild von Grund auf bzw. von innen heraus definiert wird, von einer besonderen Farbkombination etwa, von einem bestimmten Ornament. Diesen Grundraum lege ich in Hinsicht auf das eigentliche Motiv an, durch Ab- und Freispachteln wird diese Basis durchscheinend, sodass das eigentliche Motiv von seinem Grund so durchdrungen wird, dass ein ästhetisches Wechselspiel zwischen Innen und Außen, zwischen Hintergrund und Vordergrund entsteht. Einer solchen Bildraumkonstruktion liegt ja ein alter (platonisch-neuplatonischer) Gedanke zugrunde, den Hegel in seiner Ästhetik mal so formuliert hat: Was wäre das Wesen, wenn es nicht schiene oder erschiene?

 

 

Rosemarie Sprute, Sie sind in ihren Werken den Alten Meistern auf der Spur: venezianische Dogen sind ebenso Thema wie die Sibyllen oder Heilige Frauen. Dabei kopieren Sie aber nicht die Kunst der Alten Meister, sondern es ist eher ein Echo ihrer Werke zu finden – der Betrachter muss den Bezug oftmals erst Suchen und findet ihn möglicherweise erst beim zweiten oder dritten Hinsehen.  Was ist für Sie die Quintessenz einer solchen Rezeption?

 

 

Rosemarie Sprute: „Meine Sujets bzw. die Gegenstände meines künstlerischen Denkens/Forschens suche ich mir nach Sympathie und Wissbegierde aus bzw. sie „fallen mir ein“ (das ist kein Widerspruch). Dies hat einerseits mit meinen früheren philosophischen und kunsthistorischen Studien zur Frühen Neuzeit  (etwa 14. – 17. Jh.) zu tun, andererseits mit meiner Überzeugung: Was uns „einfällt“ oder „zufällt“ hängt nicht von ungefähr mit dem zusammen, was aktuell in der Luft liegt, was uns an Krisen, Diskursen und Problemen umgibt: durch religiös motivierte Werte ausgelöste soziale Spannungen; Migration, Fluchtbewegungen; Zukunftsforschung oder – in genau diesem Augenblick – sind soziale Distanzierungsmaßnahmen „virulent“ – im eigentlichen Sinne.

Mit meinen Bildthemen und den o.e. Bildentstehungsprozessen, die den Rezipienten ja dazu auffordern, sich durch diffuse Bildpartien durchzuarbeiten, möchte ich u.a. darauf aufmerksam machen, wie aktuell, d. h. auch wie ungelöst die Probleme sind, die die Bildthemen der Maler der Frühen Neuzeit implizieren, die ja mittels der christlichen Ikonographie oder der griechischen Mythologie ihre damaligen Krisen und Probleme veranschaulicht haben.“

 

 

Bernhard Sprute, Ihr Thema ist die Natur, sowohl Pflanzen als auch Tiere. Sie nähern sich den Alten Meistern über einen anderen Weg, nämlich thematisch gesehen über das Stillleben. Was macht für Sie den Reiz eines Stilllebens aus?

 

 

Berndhard Sprute: „Wenn es um Natur geht, fügen sich für mich Mensch, Tier und Pflanze zu einer Einheit. Alles verweist auf eine gegenseitige Abhängigkeit. Die Stillleben der Renaissance, aber auch besonders die niederländischen Barockstillleben, offenbaren diese Beziehung. Hier hervorzuheben die Vanitasstillleben, die üppigen Obst-/ Früchte- und Blumenstillleben, auch die Jagdstillleben mit ihren aufgetäfelten Tier-Schaustücken. Der Vanitasaspekt  soll, bei aller Fülle an irdischen Gütern, dem Menschen seine eigene Endlichkeit in diesem System verdeutlichen.“

 

 

Frau Sprute, Sie haben einen Werkzyklus geschaffen, inspiriert von den Gärten von Vredeman de Vries: Typisch für Vredemann de Vries ist eine ideale Natur, sehr ornamental und strukturiert, die Natur hat bei ihm eher Staffagefunktion. Wie ist Ihr Ansatz bei diesen Werken?

 

 

Rosemarie Sprute: „Meine Gärten habe ich für Heiner Borggrefe gemalt, der ja zusammen mit anderen den schönen Band über Vredeman de Vries herausgegeben und bearbeitet hat, in dem auch dessen Gartenentwürfe eine Rolle spielen.

Mein Ansatz ist ganz einfach: Mit einer Vielzahl an kleinformatigen Arbeiten (etwa 40), zusammengesetzt zu einer einzigen Garten-Wand, versuche ich, die Ideenvielfalt und Variationsbreite von Vredemans Entwürfen widerhallen zu lassen. Durch meinen „Gesamtgarten“ muss sich der Betrachter hindurcharbeiten wie durch die komplexen Anlagen Vredemans mit ihren Labyrinthen, Laubengängen, Zäunen, Hecken und Architekturelementen.

Auf die klaren Strukturen und Schemata, auf die fixe, systematische Perspektivierung der einzelnen Blätter, die sich im Museum befinden, habe ich mit unorthodoxem Einsatz von Strukturwalzen, mit Unterbrechungen / Irritationen der perspektivischen Anlagen, mit über die Bildränder hinausgehenden Elementen/Linien geantwortet, und ich habe die kleinen Bildräume (je 30x40cm) mit den unterschiedlichsten Grüntönen gefüllt, abgeschaut von der ununterbrochen farbwirkenden Natur selbst.“

 

 

Herr Sprute, Sie beschäftigen sich in Ihren Arbeiten mit zwei Themen, die sich in Stillleben in der Renaissance oftmals finden: tote Hasen (als Stillleben, die vom Jagdglück zeugen) und Tulpen. Welche Werke oder Themenzyklen haben Sie dazu inspiriert?

 

 

Hier im Weserrenaissance-Museum befindet sich bespielweise ja das Werk von Joachim Beuckelaer „Christus bei Maria und Martha“ von 1569. Auf diesem Werk liegt zentral, sozusagen im Schnittpunkt der Diagonalen, ein toter Hase, umgeben von erlegten Vögeln, von Fischen, Obst und Gemüse.        Beim Betrachten weiterer Stillleben der Renaissance und des Barock stieß ich auf eine Fülle an Werken mit dem Thema „Stillleben mit totem Hasen“. Meistens wird ein toter Hase als zentrales Element im Bild, in einem Arrangement von weiteren erlegten Tieren, wie Rebhühnern, Fasanen, Enten etc., aber auch umgeben von Obst und Gemüse präsentiert. Diese Malereien waren sehr beliebt, besonders bei den zu Reichtum gekommenen holländischen Kaufleuten.

Mit der Serie „Porträts der toten Hasen“, dem Bild „Kreis der toten Tiere“ und  der plastischen Arbeit „Toter Hase“ reagiere ich auf diese Werke. Huldige damit der Fülle der getöteten und in einer optischen Gewaltigkeit zur Schau gestellten Hasen.

Für mein Bild „Schlafende Tulpen“, aus einer Serie schlafender Tulpen, diente mir als Vorlage das Aquarell mit Deckfarbe „Tulpe Lap Rock“ des niederländischen Künstlers Pieter Holsteyn d. J. (1614-1662). Meine Malerei ist eine Reaktion auf die sogenannte Tulpenmanie in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts. Drei Tulpen, ausgestreckt schlafend, sich ausruhend, in einem einfarbig-ruhigen Farbraum, stehen hier als Gegenbild zu den gesellschaftlichen Unruhen um den Tulpenwahn in den Niederlanden. Werke von Pieter Holsteyn d. J. befinden sich hier in der Sammlung des Weserrenaissance-Museums., so z. B. sein Aquarell eines Kuckucks, das mich zu einigen Malereien von „Kuckuck-Porträts“ angeregt hat.

 

 

Was unterscheidet Ihre Herangehensweise von derjenigen in der Renaissance?

 

 

„Der Unterschied besteht, an hervorstechenden Merkmalen festgemacht, aus einer, aus heutiger Sicht, weitgehend kritischen Betrachtungsweise einer gesellschaftlichen  Dekadenz – die aber auch Parallelen zu unserer Zeit sichtbar werden lässt.“

 

 

Frau Sprute, was sind Säulenheilige und weshalb haben Sie sich gerade dieses Thema ausgesucht?

 

 

Säulenheilige gab es in frühchristlicher Zeit, u.a. in Syrien, Ägypten, Konstantinopel. Das waren besonders rigorose christliche Asketen, die die meiste Zeit ihres Lebens meditierend, betend und predigend, den Unbilden der Natur ausgesetzt auf einer Säule verbrachten – entfernt von der Erde, dem Himmel näher.

Wie bei den Dogen- und Sibyllenbildern, den Heiligen Frauen und den Arbeiten zum Fluchtmotiv geht es mir bei den Säulenheiligen inhaltlich ebenfalls um die Wechselwirkung von Ost und West im Kontext des Zusammenwirkens von Kult, Ritus, Politik.

Die extreme Lebensform eines Simeon oder Daniel fasziniert mich darüberhinaus auch einfach, sie reizt mein Vorstellungsvermögen und erzwingt geradezu eine malerische Umsetzung, weil sie den Stoff für eine Farb- und Lichtgestaltung, für die Konstruktion eines besonderen Bildraumes, für ein Formatexperiment etc. gleich mitliefert.

 

 

Herr Sprute, auch bei Ihnen finden sich Heilige bzw. eine davon, nämlich Maria. In Ihren Madonnenbildern beziehen Sie sich auf Werke von Giovanni Bellini: inwiefern?

 

 

„Maria mit Bäumen, Maria in der Wiese, diese auffallende Naturnähe in den Titeln der Werke „Madonna der Bäumchen“ (1487) und „Madonna von der Wiese“ (1505), verführten dazu, mich mit diesen Werken malerisch-hinterfragend auseinanderzusetzen. Beide Bilder von Giovanni Bellini kennzeichnen seinen eigenständigen Weg der Gestaltung durch ihre Autonomie in Form und Farbe und durch ihren fiktiv naturbezogenen Charakter. Das macht sie für einen heutigen Maler besonders reizvoll.“

 

 

Ein abschließender Satz von Ihnen beiden: was wird Ihnen als Besonders bei dieser Ausstellung hier im WRM in Erinnerung bleiben?

 

 

Bernhard Sprute: „Die Entdeckerfreude bei der Auseinandersetzung mit den Malereien, Zeichnungen und Grafiken des Weserrenaissance-Museums. Eine Fundgrube menschlichen, pflanzlichen und tierischen Lebens.“

Rosemarie Sprute: „Ich werde diese außergewöhnliche Ausstellungssituation vermutlich besonders mit dem vom Corona-Virus ausgelösten social distancing verbinden und mit der Erkenntnis, wie sehr ein Alleinsein in all den alten Bildfiguren auf je eigene Weise gegenwärtig ist.“

Vergangene Ausstellungen

Passend zur Sonderausstellung ist folgende Publikation erschienen:   

Michael Bischoff, Vera Lüpkes (Hg.): Exotische Welten. Unterwegs mit Forschern, Künstlern und Entdeckern, Lemgo 2019, 232 Seiten, durchgängig farbig bebildert, EUR 8,95 ISBN 978-3-945776-02-5

Sonntag, 16. Juni 2019 – Sonntag, 24. November 209 (wegen der großen Nachfrage bis 5.1.2020 verlängert!!!)

Exotische Welten   Unterwegs mit Forschern, Künstlern und Entdeckern

Lust auf einen Tapetenwechsel? Interesse an fernen Ländern, spannenden Kulturen und jeder Menge Abenteuer? Mit der nächsten Sonderausstellung entführt das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake seine Besucher in „Exotische Welten“.   Hier gibt es einen ersten Eindruck in die Ausstellung. Guten Flug!   https://youtu.be/SwxdEbSupS4

„Kommen Sie mit nach Amerika, Indien, Ägypten, Japan und Südafrika“, lädt Kurator Dr. Michael Bischoff zur Ausstellung ein. Schon vor ungefähr 400 Jahren machten sich Reisende wie Engelbert Kaempfer, Hans Jacob Breuning und Jan Huygen van Linschoten auf den Weg, die Welt zu entdecken. Allerdings reisten sie damals nicht, um sich zu erholen und zu vergnügen, sondern aus handfesten politischen, ökonomischen oder wissenschaftlichen Gründen. Die Expeditionen dauerten teilweise jahrelang, waren mühsam und oft lebensgefährlich.

Was die Reisenden sahen, wen sie trafen, worüber sie staunten und was sie verblüffte, verrät die Ausstellung anhand vieler Exponate und der original Reiseberichte. Den von Hans Jacob Breuning beispielsweise gibt es weltweit nur noch acht Mal – das hier zu sehende Exemplar wurde freundlicherweise von der Lippischen Landesbibliothek Detmold als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Die in den Berichten beschriebenen Erlebnisse sowie die darin enthaltenden Bilder lösten zur damaligen Zeit Faszination und Staunen aus. So etwas hatte man noch nie gesehen oder gehört.

Das, was die Reisenden von damals als „Mitbringsel“ im Gepäck hatten, sind die Ausstellungsstücke von heute. Freuen kann man sich somit auf eine regelrechte „Kunst- und Wunderkammer“ mit kostbaren Objekten wie beispielsweise einer afrikanischen Maske, der magische Kräfte zugesprochen wurden. Zu sehen sind auch seltene Tierpräparate beispielsweise von einem Paradiesvogel, einem Kugelfisch und einem nordamerikanischen Bären. Sie alle wurden vom Lippischen Landesmuseum Detmold zur Verfügung gestellt.   Darüber hinaus stellt das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake Naturalien wie Muscheln oder auch Tierschädel aus. Ein echter Hingucker ist sicherlich ein beeindruckender Walrossschädel – entliehen vom Übersee-Museum Bremen. Gezeigt werden aber auch ethnographische Gegenstände wie Waffen, Werkzeuge, Kleidung und Kunsthandwerk.

Das Besondere an der Ausstellung: Wer selbst das eine oder andere exotische Stück zuhause hat und es vorübergehend im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake ausstellen möchten, kann sich gern melden unter info@museum-schloss-brake.de.   Im Ausstellungszeitraum finden immer sonntags um 15 Uhr öffentliche Führungen statt. Außerdem stehen viele abwechslungsreiche Begleitveranstaltungen auf dem Programm. Angefangen bei Puppentheater über Bauchtanz und eine Lesung bis hin zu einem Konzert mit aserbaidschanischer Musik. Für Kindergärten, Schulen und Erwachsenengruppen gibt es spezielle Mitmach-Angebote.

Mitmach-Programme zur Sonderausstellung „Exotische Welten“   Für Kindergärten und Grundschulen: Sei kein Frosch und reise mit!   Frösche findet man auf der ganzen Welt. Und sie haben jede Menge zu erzählen. In einer kindgerechten Führung dreht sich alles ums Reisen, um weit entfernte Länder und um Tiere, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Passend dazu  lesen wir ein japanisches Märchen über zwei reisende Frösche, basteln die grünen Gesellen in Origamitechnik und lassen sie hüpfen. Wer schafft es wohl in den Teich? Dauer: 1 Stunde; Eintritt: 2 Euro pro Kind; Erzieher und Lehrer frei!

Ab 5. Klasse: In einer Stunde um die Welt Ganz schön gefährlich! Bevor es Autos, Züge und Flugzeuge gab, war das Reisen oft mühsam und dauerte teilweise jahrelang. Ob man heil wieder zuhause ankam, war mehr als fraglich. Im Rahmen einer kurzweiligen Führung lernen die Schülerinnen und Schüler unglaubliche Geschichten über exotische Länder, ihre Bewohner und ihre Tierwelt kennen. Außerdem erfahren die Kids spielerisch mit Hilfe eines Fröbelturms, dass auf Reisen alle an einem Strang ziehen müssen. Dauer: 1 Stunde; Eintritt: 2 Euro pro Kind; Erzieher und Lehrer frei!

Für Erwachsene: Dahin, wo der Pfeffer wächst Warum zog es die Weltenbummler von einst eigentlich in exotische Länder? Was haben sie gesucht und gefunden? Wie spiegelt sich das Erlebte in ihren bebilderten Reiseberichten wider? Und warum wünschen wir manche Mitmenschen immer noch dahin, wo der Pfeffer wächst? Dauer: 1 Stunde; Eintritt: 33 Euro pro Gruppe plus 2 Euro Eintritt pro Person Anmeldungen erbeten unter Tel. 05261/945010 oder per Mail unter info@museum-schloss-brake.de.     Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr zu bestaunen.      

Sonntag, 23. Juni 2019, bis 5. Januar 2020   Surreale Sonderausstellung „Achtung Bildakrobat!“

Bildmontagen sind seine große Leidenschaft. Die Kunstwerke des lippischen Fotografen Merten Kunisch, besser bekannt als „Der Bildakrobat“, sehen zwar realistisch aus, sind aber surreal.  Und genau das macht ihren Reiz aus.   Hier gibt es einen ersten Einblick in die Ausstellung. Guten Flug!   https://www.youtube.com/watch?v=JvUzNHZ-cT4

Seine erste analoge Kleinbildkamera bekam Kunisch im Kindergartenalter. Später gab es mit 14 Jahren die erste analoge Spiegelreflexkamera. Es folgte die analoge Filmentwicklung mit Fotoabzügen in der Dunkelkammer. Irgendwo dazwischen wurden Polaroidbilder manipuliert. „Man konnte die Entwicklungsflüssigkeit der unbelichteten Sofortbilder ins Bild herauspressen. So entstanden dann abstrakte Farbbilder durch die unkontrollierte Belichtung“, so Kunisch.

Als die ersten digitalen Consumerkameras den Markt eroberten, folgten die ersten Versuche in der elektronischen Bild- und Videobearbeitung am Computer. „Die digitale Bildbearbeitung gibt mir die Möglichkeit, Stimmungen zu zeigen, die ein normales Foto nicht bieten kann“, erklärt Kunisch.   Heute nutzt er die Bildbearbeitung ganz bewusst zur Manipulation. „Vielleicht wird auch dem einen oder anderen bewusst, wie leicht man heute Bilder und Videos manipulieren kann. Wir alle übersehen das in der heutigen Medienlandschaft oft“, sagt Kunisch.

Inzwischen sind die Bilder des Bildakrobaten in Medien in über 55 Ländern publiziert worden. „Eine Tageszeitung in Indien hat das Bild mit dem Schiff großflächig gedruckt und ein großes Lifestyle-Magazin aus Asien hat mich als digitalen Dali der Neuzeit bezeichnet“, erinnert sich Kunisch. Publikationen von Bildern in renommierten, deutschsprachigen Fachzeitschriften gehören ebenfalls zu Kunischs Reputation. Regional ist Kunisch auch für Großprojekte wie die „Wimmelfotos“ bekannt, bei denen jeweils mehrere hundert Menschen einzeln fotografiert werden und in Bildmontagen zusammengefasst werden.   Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake zu bestaunen.

Hinweis:   Sonntag, 8. September 2019, 11 und 16 Uhr   Tag des offenen Denkmals Fotokünstler Merten Kunisch führt durch seine Ausstellung   In diesem Jahr steht der Aktionstag unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Es geht um das Überwinden von tradierten Ansichten, Techniken, Erklärungen und praktischen Umsetzungen. Dementsprechend führt Merten Kunisch, besser bekannt als „Der Bildakrobat“, an diesem Tag persönlich durch seine Ausstellung und zeigt, was sich dank moderner Technik in der Fotokunst verändert hat und möglich wird. Der Eintritt ist am “Tag des offenen Denkmals” frei!  

Vergangene Ausstellungen

Sonntag, 9. Dezember 2018 – Sonntag, 20. Januar 2019   Weyhnacht – Bergmänner, Lichterengel und Kinderspielzeug aus dem Erzgebirge   Leuchtende Glockenengel, figurenreiche Krippen und Puppenstuben, Bauernhöfe und Miniaturspielzeug soweit das Auge reicht! Mit der neuen Sonderausstellung „Weyhnacht – Bergmänner, Lichterengel und Kinderspielzeug aus dem Erzgebirge“ bringt das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake nicht nur Kinderaugen zum Strahlen.   Passend zur Eröffnung am Sonntag, 9. Dezember, um 11.30 Uhr legt sogar der niederländische „Sint Nicolaas“ mit seinen Gehilfen, den „zwarte Pieten“ einen Zwischenstopp im Schloss ein. Außerdem steht eine märchenhafte Aufführung der Ostschule Lemgo zu Tschaikowskis „Nussknacker“ auf dem Programm.   Im Rahmen der Ausstellung kann man sich auf mehr als 1000 kunstvoll geschnitzte und gedrechselte Objekte aus dem Erzgebirge freuen. Einige von ihnen sind so klein, dass sie sogar in eine Streichholzschachtel passen wie beispielsweise drei Sternsinger. Andere wiederum sind einen Meter groß. Die Rede ist von einer fünfstöckigen, drehbaren Pyramide aus dem 19. Jahrhundert. Maria mit dem Kind ist darin zu sehen, die Heiligen drei Könige ebenfalls, eine gebückte Holzsammlerin, ein fröhlicher Vogelhändler und jede Menge Tiere – allesamt von Kerzen umstellt, versteht sich.   „Zum ersten Mal in der Geschichte des Museums präsentieren wir eine Sonderausstellung der besinnlichen Art. Bei uns kann man dem Weihnachtsstress entkommen, entschleunigen, die Vorweihnachtszeit genießen und sich an sächsischem Kunsthandwerk erfreuen “, empfiehlt Museumsdirektorin Dr. Vera Lüpkes.   Ein Mitglied des museumseigenen Freundeskreises hatte angeregt, die private Sammlung der Eheleute Dr. Brockhaus aus Lemgo in den neuen Ausstellungsräumen zu zeigen. Eine Seite der Familie ist im Erzgebirge verwurzelt und hat über Jahrzehnte hinweg die dort entstandene Volkskunst gesammelt, gekauft oder auch geschenkt bekommen.   Zum Hintergrund: Im 19. Jahrhundert erfuhr der Bergbau im Erzgebirge einen konjunkturellen Einbruch. Die Bergleute mussten sich einen Nebenerwerb suchen. Was lag da näher, als das Holz des waldreichen Gebirges nicht mehr nur als Grubenholz zu nutzen? So entstanden zauberhafte Figuren, die bis heute wunderbar weihnachtliche Stimmung verbreiten.   Der Bergbau und die christliche Symbolik hängen dabei eng miteinander zusammen. So gehören Bergmann und Engel als Lichterträger wie Zwillinge zueinander. Lichter und Glocken spielten im Bergbau eine lebenswichtige Rolle. Ohne Kerzen hätten die Bergleute im Stollen nichts gesehen und die Bergglocke zeigte den Stand des Grundwassers an. Einer dieser Stollen hieß sogar „Weyhnacht“ – und wurde somit Namensgeber für die neue Sonderausstellung im Weserrenaissance-Museum.   Wie aufwändig die Fertigung der erzgebirgische Volkskunst ist, kann man anhand der Ausstellungsstücke zwar erahnen, aber am Sonntag, 16. und 30. Dezember sowie am 6. Januar, können die Besucher live miterleben, wie die Späne fliegen. Jeweils von 12 bis 17 Uhr darf man dem Drechsler Bastian von Goetz bei seiner Arbeit über die Schulter schauen.   Ein echter Hingucker während der gesamten Ausstellungsdauer ist sicherlich auch ein drei Meter großer Tannenbaum, der den Raum mit seinem unwiderstehlichen, weihnachtlichen Duft erfüllt. Dank der freundlichen Unterstützung des Lemgoer Einzelhandels Doerfert ist der Baum über und über geschmückt mit den liebreizenden Dekorationen aus dem Hause Wendt & Kühn.  Diese können auch im Museumsshop gekauft werden. Auch die Stiftung Eben-Ezer bietet Handarbeiten zum Verkauf an, und stellt Kindermöbel für die Kinderspielecke zur Verfügung. Dort liegt das berühmte Fröbel-Spielzeug, das noch immer hergestellt und weltweit exportiert wird. Hier ist ausprobieren, knobeln und Spaßhaben angesagt.   Darüber hinaus gibt es vor allem für Kindergärten und Schulklassen ein museumspädagogisches Angebot. Nach einer Kurzführung durch die Ausstellung kann man beispielsweise Glücksschweinchen – wie im Erzgebirge – selbst schnitzen oder köstliches Marzipan selbst herstellen.   Nähere Informationen und Anmeldungen unter Tel. 05261/945010 oder per Mail an info@museum-schloss-brake.de. Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Januar dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr zu bestaunen. Am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar ist das Museum geschlossen. Zwischen den Feiertagen bietet sich dafür aber der zweite Weihnachtstag hervorragend für einen Besuch an. Fotos: Herrmann/Weserrenaissance-Museum Schloss Brake

Sonntag, 29. Juli 2018 – Sonntag, 4. November 2018   #pARTicipate – Mach Dich zum Kunstwerk   Der berühmten Mona Lisa einen Schnäuzer malen und das blaue Pferd von Franz Marc mit einer Möhre füttern? Wo gibt es denn so etwas? Im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo! Vom 29. Juli bis zum 4. November 2018 überrascht das frisch renovierte Haus mit einer Sonderausstellung der besonderen Art, denn Langeweile war vorgestern. Mit der Ausstellung „#pARTicipate – Mach Dich zum Kunstwerk“ lädt das Museum Alt und Jung zum Erleben, Mitmachen und vor allem Spaß haben ein.     Freuen kann man sich auf 19 großformatige reproduzierte Topwerke der Kunstgeschichte. Fast jeder ist ihnen irgendwann in seinem Leben schon einmal irgendwo begegnet. Wer kennt sie nicht, die herzzerreißenden Raffael-Engel, „Die Geburt der Venus“ von Botticelli oder den „Schrei“ von Edvard Munch? Beginnend in der Renaissance führt die Abenteuerreise von Michelangelo über Manet und Degas bis hin zu Picasso und Keith Haring. In den begleitenden, leicht verständlichen Texten erhält man kurze und knackig formulierte Informationen zu den Künstlern, ihren Werken und den Epochen.   Die Besucher können eine äußerst unterhaltsame und dennoch lehrreiche Zeitreise durch 500 Jahre Kunstgeschichte unternehmen – und  Teil der Kunstwerke werden. Diesen Moment der Begegnung dürfen sie mit der Kamera aufnehmen und nach Lust und Laune in den sozialen Medien posten. „So findet die Ausstellung durch die Selbstinszenierung quasi im Handumdrehen Fans und animiert jeden, bei diesem Event mitzumachen – Kultur für alle“, betont die Museumsdirektorin Dr. Vera Lüpkes.     Mit dieser Ausstellung betritt das Museumsteam spannendes Neuland. Mit dem Umbau des Weserrenaissance-Museums weht ein spürbar frischer Wind durch die renovierten Gemäuer, und zwar ganz bewusst. Kunst ist für alle da – und das Museum ermöglicht mit dieser Ausstellung einen völlig neuen, und vor allem spielerischen Zugang dazu. Es geht um neue Formen der Kommunikation und darum, den Besucher selbst und auch die neuen Medien miteinzubeziehen. Das Weserrenaissance-Museum wird somit zu einem lebendigen Ort, an dem mit Kunst experimentiert werden darf und kann.   Vor allem die jüngeren Besucher können sich an der Kasse gern mit Malvorlagen und Buntstiften eindecken und somit die Ausstellung noch intensiver auf eigene Faust erleben.     Abgesehen von regelmäßigen Führungen durch die Ausstellung (jeweils sonntags um 15 Uhr) kann man auch besondere museumspädagogische Angebote buchen. Wie wäre es beispielsweise mit einem Malkursus unter dem Motto „Fälschen für Anfänger“? Außerdem können Kindergärten Buttons selber gestalten in dem Kursus „Ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt“. Darüber hinaus  dürfen Grundschüler „Malen wie Michelangelo“. Die weiterführenden Schulen dürfen sich auf „Selfie-Mania-Events“ freuen.   Anmeldungen werden ab sofort entgegen genommen unter Tel. 05261/945010 oder per Mail unter info@museum-schloss-brake.de.     Unterstützt und gesponsert wird die Ausstellung von der Rudi-Scharf-Stiftung, Phoenix Contact, der Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe, der Stiftung „Für Lippe“, dem Landesverband Lippe, der Alten Hansestadt Lemgo, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der Lippischen Landes-Brandversicherungsanstalt, der Abfallbeseitigungs GmbH Lippe, der Sparkasse Lemgo sowie dem Institut für Kulturaustausch.   Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr zu bestaunen – donnerstags sogar bis 20 Uhr. Ein echter Mehrwert für alle werktätigen Besucher und die, die nach Feierabend ein Teamhappening aus der Ausstellung machen möchten.     Der Eintritt zur Ausstellung beträgt 5 Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren. Eine Familienkarte ist für 10 Euro im Angebot, und Schüler im Klassenverbund zahlen 2 Euro.

 

Sehen Sie sich auch die Website zur Ausstellung an (www.machs-maul-auf.de):

Zur Austellungs-Website ...

3. September 2017 – 7. Januar 2018

Mach’s Maul auf – Reformation im Weserraum
 
 
500 Jahre nach Martin Luthers Thesenanschlag zeigt das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake eine Ausstellung über die Reformation in Nordwestdeutschland. Erstmals werden die kulturellen, politischen und kirchlich-religiösen Rahmenbedingungen der Reformation in der Region veranschaulicht. Anhänger von Martin Luther predigten schon früh in Bremen, Braunschweig, Minden und Herford. Zusammen mit den Bürgern der Städte wendeten sie sich gegen die katholische Kirche. Es gab Aufruhr. Die Bürger stürmten Kirchen und Klöster. Sie zerschlugen Altäre und Heiligenbilder. Fürsten – Landgraf Philipp der Großmütige in Kassel und Herzog Ernst der Bekenner in Celle – zählen zu den Vorkämpfern der Reformation. Sie begründeten mit Luther die evangelische Kirche, die nun unabhängig war vom Papst in Rom.   Die Ausstellung veranschaulicht die Entstehung und den Verlauf der Reformation im Weserraum. Gemälde, Skulpturen, Flugblätter, anregende Inszenierungen und moderne Medien führen uns die enormen Veränderungen und den Wandel der christlichen Religion vor Augen. Die Entstehung der verschiedenen Glaubensrichtungen wird einfach und verständlich dargestellt. Eine besondere Rolle fällt den Neuen Medien der Lutherzeit zu: Ohne den Buch- und Bilderdruck hätte sich die Reformation nicht so schnell ausbreiten können.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreich bebilderter Katalog. Ein kulturpädagogisches Begleitprogramm wird die Ausstellung ergänzen.

29. April 2017 – 11. Juni 2017

heimat.nrw – Fotoausstellung der NRW-Stiftung mit Fotos von Horst Wackerbarth   Zur Wiedereröffnung zeigt das Weserrenaissance-Museum eine ungewöhnliche Fotoausstellung mit rotem Sofa und Selfie-Station   Die Rote Couch ist das Markenzeichen des international bekannten Künstlers Horst Wackerbarth. Er war damit unterwegs in der Eiswüste Alaskas und im Regenwald Südamerikas, in den Metropolen Europas und den Dörfern Sibiriens. Nun reiste der Fotokünstler im Auftrag der NRW-Stiftung mehr als ein Jahr lang durch alle Regionen Nordrhein-Westfalens, um für das Porträt „heimat.nrw” mit seiner berühmten Roten Couch besonders typische und besonders markante Orte und Menschen in Szene zu setzen. So entstand ein Porträt des Landes und seiner Bewohner, bestehend aus zahlreichen großformatigen Bildern und Videowerken.   Eine umfangreiche Auswahl mit den Ergebnissen seiner Reise wird nun vom 29. April bis zum 11. Juni 2017 im Weserrenaissance-Museum im Lemgo zu sehen sein, das nach umfassender Restaurierung und Erweiterung mit den Werken Wackerbarths wiedereröffnet.   Wackerbarths Werke ermöglichen einen ungewöhnlichen Blick auf die kulturelle, wirtschaftliche und naturräumliche Entwicklung des Landes. Viele der besuchten Orte haben zudem einen Bezug zu Natur- und Kulturprojekten der NRW-Stiftung. So gehören etwa das mit Hilfe der NRW-Stiftung restaurierte Junkerhaus in Lemgo, die Senneschäferei in Hövelhof, das Weißstorch-Schutzprojekt in Minden oder das Kaiser-Wilhelm-Denkmal zu seinen Motiven mit Bezug zur NRW-Stiftung. Für „heimat.nrw“ greift der Fotograf aber auch aktuelle Themen wie Migration, Inklusion Wirtschaft und soziale Themen auf.   Die Besucher der Ausstellung in Lemgo haben zudem die Möglichkeit, auf der berühmten Couch zu sitzen, sich darauf selbst zu fotografieren und so Teil des Projektes „heimat.nrw“ zu werden. Wackerbarths Ziel ist es, ein Porträtwerk zu schaffen, eine Galerie der Menschheit. Die Rote Couch ist dabei gemeinsamer Nenner, Bühne, Thron und Kommunikationsplattform zugleich. „Die Rote Couch bringt alle Menschen auf Augenhöhe!“ so der Künstler, der seine Arbeit als „work in progress“, als eine „never ending story“ bezeichnet, die erst mit Wackerbarths Tod enden wird. Bis heute haben über 800 Menschen in 52 Ländern auf der Roten Couch Platz genommen und die universellen Fragen, die Wackerbarth seinen Protagonisten stellt und mit Video aufzeichnet, wurden in 53 Sprachen beantwortet.   Wackerbarths Arbeiten sind in 10 Buch-Monografien veröffentlicht, wurden in mehr als 50 Einzelausstellungen in Museen und Galerien weltweit gezeigt und sind in 13 bedeutende Sammlungen zeitgenössischer Kunst aufgenommen. „Wir freuen uns außerordentlich, dass wir anlässlich der Wiedereröffnung unseres Museum eine so hochkarätige Ausstellung zeigen können“, sagt Dr. Vera Lüpkes, leitende Direktorin des Weserrenaissance-Museums.   Gefördert von der NRW-Stiftung https://www.nrw-stiftung.de  

Vergangene Ausstellungen

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