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“Mettendchen aus dem Homeoffice”

Karikaturen von Peter Menne

Vom 11.4. – 11.7.2021

Mal haben sie eine riesengroße Nase, mal stachelig behaarte Beine oder ein ausladendes Hinterteil. Mit seiner spitzen Feder zaubert Peter Menne markante Figuren – garniert mit amüsanten Sprüchen. Das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake widmet dem Karikaturisten von Sonntag, 11. April, bis Sonntag, 11. Juli, eine Sonderausstellung, und zwar zu dem topaktuellen und alles beherrschenden Thema Corona. Die zu bestaunenden Zeichnungen sind dabei mit dem augenzwinkernden Titel „Mettendchen aus dem Homeoffice“ überschrieben.

 

„Wir laden alle Interessierten am Sonntag, 11. April, um 15 Uhr zu einer digitalen Eröffnung ein, und zwar auf unserer Homepage www.museum-schloss-brake.de/video-schloss-brake“, sagt Musemsdirektorin Dr. Vera Lüpkes. Auf diese Weise kann man eine Talkrunde verfolgen mit Jörg Düning-Gast, Verbandsvorsteher des Landesverbandes Lippe, Museumsdirektorin Dr. Vera Lüpkes und Karikaturist Peter Menne. Die unterhaltsame Moderation übernimmt der Kleinkünstler Erwin Grosche.

 

Doch was genau erwartet die Besucher in der Ausstellung? Zu sehen gibt es spitzfindige Satire und präzise beobachtete Milieubeschreibungen. Mennes Zeichnungen verortet man gerne in Westfalen. Sie sind sperrig und kantig wie der Westfale selbst, was sie davor bewahrt, in irgendeine Heimattümelei abzurutschen.

 

Menne thematisiert den kleinen Mann bzw. die kleine Frau auf der Straße. Doch Vorsicht, man darf sich nicht täuschen lassen! Denn so harmlos, wie es auf den ersten Blick vielleicht scheint, sind Mennes Pinselstriche nicht. Bei allem Verständnis für die Verschrobenheiten, Verklemmtheiten und Spleens der westfälischen Provinzbürger können sie einem auch gehörig leidtun. Bei aller vordergründigen Komik erlauben die Bilder auch Blicke in die seelischen Abgründe der Porträtierten. Diese Doppelbödigkeit macht nicht zuletzt das Besondere der Menneschen Karikaturen aus.

 

Als Antwort auf den Lockdown zu Beginn der Coronakrise schuf Peter Menne kurzweilige Bild-Text-Collagen, die Unterhaltung und Ersatz für geschlossene Kultureinrichtungen bieten sollten. Bekannte Autoren wie Fritz Eckenga, Erwin Grosche, die Bullemänner, Andreas Scheffler oder Johann König lieferten ihm Kurzgeschichten, Gedichte, Aphorismen und Kommentare, auf die Menne mit satirischen Zeichnungen antwortete. So entstand das Projekt KulturLieferservice, dessen virenfreie Unterhaltung die Kulturinteressierten per E-Mail, auf Facebook, Instagram, über Tageszeitungen und Stadtmagazine erreichte.

 

Die Ausstellung „Mettendchen aus dem Homeoffice“ zeigt eine Auswahl der Originalzeichnungen und gibt Einblick, wie Kreativität auch in unwirtlichen Zeiten zusammenfindet. Begleitend zur Ausstellung gibt es eine gleichnamige Publikation und Lesungen beteiligter Autoren.

 

Peter Menne wurde 1962 ohne größeres Dazutun als Westfale geboren – wie er selber sagt. Seine berufliche Laufbahn begann im Aktzeichensaal der FH Bielefeld. 1991 zog es ihn an die Berliner Kunsthochschule. Vielen Lippern ist Peter Menne noch gut in Erinnerung, denn 1993 erhielt er ein Stipendium des Landesverbands Lippe und der Stadt Schieder-Schwalenberg, wo er viele Jahre als Dozent an der Sommerakademie unterrichtete. Nähere Informationen zu Peter Menne und ein interaktives Making-of zum gesamten Projekt findet man auf www.menne-illustration.de/kulturlieferservice/.

 

Doch damit nicht genug. Auch für das Ausstellungsende ist bereits etwas Besonderes geplant. „Schon jetzt möchten wir Sie zur Finissage am Sonntag, 11. Juli 2021, um 15.00 Uhr ins Schloss Brake einladen“, sagt Peter Menne. Im Anschluss an die Finissage liest Andreas Scheffler, einer der beteiligten Autoren, aus dem Buch zur Ausstellung und aus weiteren Werken. Eine weitere Lesung ist mit dem bekannten Autor Fritz Eckenga geplant.

 

Die Sonderausstellung wird unterstützt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, vom Kultursekretariat NRW in Gütersloh, vom Landesverband Lippe, von der Alten Hansestadt Lemgo, vom Landschaftsverband Westfalen- Lippe, von der Lippischen Landesbrandversicherung AG, von der Abfallbeseitigungs GmbH Lippe, von der Sparkasse Lemgo und von der Heinrich Siebrasse Stiftung.

 

Die Ausstellung wurde als Wanderausstellung konzipiert, und zwar auf Initiative des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake in Kooperation mit dem Kultursekretariat NRW in Gütersloh. „Wir freuen uns sehr, dass die Premiere bei uns stattfindet und dass die Werke zuerst bei uns zu sehen sind“, sagt Museumsdirektorin Dr. Vera Lüpkes. Anschließend wird die Ausstellung auch in weiteren Städten Nordrhein-Westfalens gezeigt

 

Während des gesamten Ausstellungszeitraums lädt das Museum auf seiner Homepage zu einem digitalen Rundgang ein.

 

Den Digitalen KulturLieferserice finden Sie unter: https://www.instagram.com/kulturlieferservice/ und https://www.facebook.com/peter.menne.395.

Das Making-of unter: https://menne-illustration.de/kulturlieferservice.

Anmeldung für den KulturLieferservice unter: peter@menne-illustration.de.

 

 

Vergangene Sonderausstellungen

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“Von der alten Herrlichkeit”

Piranesis Veduten und Korkmodelle von Dieter Cöllen

Was für ein Multitalent! In ihm steckte nicht nur ein Architekt, Bühnenbildner und Zeichner, sondern auch ein begeisterter Archäologe, begnadeter Kupferstecher und Radierer. Er war fasziniert von antiken Gebäuden und setzte sie gekonnt in Szene. Die Rede ist von dem italienischen Künstler Giovanni Battista Piranesi. In diesem Jahr wäre er 300 Jahre alt geworden. Daher widmet ihm das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Kooperation mit der Stiftung Ahlers Pro Arte, Herford, eine Sonderausstellung mit dem Titel „Von der alten Herrlichkeit“.

 

Doch damit nicht genug, denn den 18 großformatigen Piranesi-Blättern stehen weltweit einzigartige Korkmodelle des Phelloplastikers Dieter Cöllen zur Seite. Diese zeigen ebenfalls antike Gebäude und bestechen durch ihr besonderes Material und ihre Präzision. Im Weserrenaissance-Museum werden die maßstabsgetreuen Nachbildungen auf Augenhöhe präsentiert. Flankiert werden die Kunstwerke von verschiedenen Mitmachstationen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir zwei völlig verschiedene Kunstgattungen, die sich beide auf ihre ganz eigene Art mit dem Reiz der Ruinen von Rom und Paestum beschäftigen, in einer Ausstellung gegenüberstellen können“, sagt die Museumsdirektorin Dr. Vera Lüpkes. Zu sehen sind unter anderem der berühmte Rundtempel von Tivoli, die griechischen Tempel, die bis heute in Paestum zu bewundern sind, und viele andere antike Gebäude, die Jahrhunderte in Rom überdauert haben.

 

Dem Künstler Piranesi ging es darum, die verfallenden Zeugnisse der Zeit festzuhalten. Der Geschäftsmann Piranesi wollte den reichen Kultur- und Bildungsreisenden von damals ein Souvenir in Form einer Radierung verkaufen. Mit großem Erfolg.

 

Der Tourismus befand sich damals noch in den Kinderschuhen. Die Menschen sehnten sich nach den Schrecken des Siebenjährigen Krieges nach einer Art Tapetenwechsel. Venedig, Rom, Florenz waren bevorzugte Ziele. Auch Goethe zog es nach Italien – und er war begeistert. „Daher haben wir unsere Ausstellung ganz bewusst mit einem Zitat des bedeutenden Dichters und Denkers betitelt, nämlich „Von der alten Herrlichkeit““, verrät Museumsdirektorin Dr. Vera Lüpkes.

 

Auch Goethe, der 14 Monate durch Italien reiste, hat die detaillierten Zeichnungen Piranesis gekannt. Das Besondere daran: Die ursprüngliche Monumentalität der antiken Bauten kommt durch die Untersicht und durch die relativ kleinen dekorativen Staffagefiguren besonders gut zur Geltung. Piranesi stellte zeitlebens 1200 dieser „großformatigen Postkarten“ her.

 

Um die Schönheit und Proportionen der antiken Gebäude umfassend würdigen zu können, fragten Romreisende auch nach Architekturmodellen ihrer Sehnsuchtsorte. Der Neapolitaner Giovanni Altieri schuf 1767 das erste Modell, und zwar den vielbestaunten Rundtempel von Tivoli. Das erste Modell lockte Begehrlichkeiten und zog eine wahre europäische Modewelle nach sich.

 

Mitte des 19. Jahrhunderts ebbte sie ab. Die Modelle gerieten in Vergessenheit und verschwanden im Privatbesitz oder in den Depots öffentlicher Sammlungen. Erst mit der Neuaufstellung der Museumssammlungen Anfang des 20. Jahrhunderts werden die Korkmodell-Sammlungen wieder öffentlich gezeigt, so beispielsweise in Darmstadt, Kassel, Aschaffenburg und Gotha. Mittlerweile nutzen Archäologen diese Modelle für ihre Studien. Denn sie belegen den Zustand der antiken Ruinen von vor rund 300 Jahren ziemlich präzise.

 

Einen entscheidenden Impuls für das aufflammende Interesse an Korkmodellen setzte vor allem der aus Köln stammende „Ruinenbaumeister“ Dieter Cöllen. Der 67-jährige hat die Kunst der Phelloplastik des 18. Jahrhunderts wiederbelebt. Durch langjährige Recherchen beherrscht er heute als einziger diese scheinbar vergessene Kunst und konnte sie in Bezug auf ihre Dauerhaftigkeit sogar noch optimieren. 300 Jahre halten seine Modelle, an denen er bis zu einem Jahr arbeitet.

 

Cöllen übernahm bereits die Restaurierung historischer Korkmodelle für Museen und Sammler in Kooperation mit Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen. Inzwischen restauriert er aber nicht nur alte Modelle, sondern baut selber neue. Er rekonstruiert sogar zerstörte Monumente wie beispielsweise den Beltempel in Palmyra. Cöllens Werke sind weltweit in namhaften Museen und Galerien ausgestellt und dienen an vielen Universitäten zu Lehrzwecken.

 

„Die Korkmodelle von Dieter Cöllen sind echte Hingucker und wahre Publikumsmagnete, die auf alle Altersgruppen wirken“, sagt Museumsdirektorin Dr. Vera Lüpkes. „Kork kann sehr schön den Verfall darstellen. Und der Verfall erzählt Geschichten“, umschreibt Cöllen seine Begeisterung für das Material.

 

Ein Gedicht für Dieter Cöllen:

Autor: Philipp S. Rhaesa

 

Korkenzier

Wir brauchen das Harte: Beton, Stahl und Stein.

Wir bauen darauf, es prägt sich uns ein.

Das Weiche spielt andererseits auch eine Rolle:

Fett, Federn, Gras, Wasser, Haut, Erde, Wolle –

Nun soll eine Brücke hinüberreichen

Dort von dem Harten hier rüber zum Weichen,

Die beides enthält und in sich vereint.

Woraus wäre die? Nun, Kork ist gemeint.

 

Jeder kennt Kork: Er ist überall.

Jeder nutzt Kork: Er ist universal.

Jeder hat Kork: Er ist einfach da

Man weiß, wie er sich anfühlt, denn Kork kommt uns nah.

Jeder braucht Kork: Er steckt mit Gewinn

Millionenfach drunter und drüber und drin.

 

Er ist so alltäglich, denn er ist fügsam

Irgendwie scheint er uns brav und genügsam.

Dabei ist schon sensationell, wie er aussieht

Und mit welchen Farben er zu uns auszieht:

Holz, Honig, Gold, Leder, Lehm, Erde, Sand,

Milchkaffee, Bienenwachs, Erdnusskrokant!

 

Dabei ist er erstmal nur Rinde von Bäumen,

Die zahlreich den Südrand Europas umsäumen.

Sie schützen sich mit einem knorrigen Kleid

Vor Waldbränden, Hitze und Trockenheit.

Mit Beilen, Kraft, Vorsicht und kundigen Händen

Kann man dem Baum diese Rinde entwenden.

Das macht, wer es richtig macht, alle neun Jahre,

Denn sie wächst nach, die wertvollen Ware.

Was macht man dann aus den geernteten Borken?

Zunächst, das liegt nahe: Aus Kork macht man Korken!

 

Doch gibt es noch mehr, viel mehr zu berichten:

Wie kommt’s, dass Kork dämmen kann, schwimmen und dichten?

Kork ist im Inneren physisch ein Schaum:

Viel Luft in robustem Zellzwischenraum.

Das macht ihn so leicht und so anwendungsreich,

So hält er trocken und wärmt uns zugleich.

 

Wer mit einem Korkring das Schwimmen erlernt

Bleibt sicher von allen Gründen entfernt.

Gegen Löcher gefeit und dauerhaft dicht –

Einen besseren Schwimmer findest du nicht!

Das wissen auch Angler, die Schwimmer gebrauchen.

Und Kork-Bojen können nur schwimmen, nicht tauchen.

 

Was man nicht glaubt, und was Kork trotzdem kann:

Kork ist gut tragbar, und Kork zieht uns an:

Auf dass er als Lederersatz überrasche

Als Gürtel, als Uhrarmband oder als Tasche.

Als Schuh und als Börse macht er sein Ding.

Als Brosche, als Kette und Fingerring,

Als Fliege, als Hosenträger, als Knopf

Und nicht zu vergessen als Hut auf dem Kopf.

 

Beim Ballsport mit Schlägern sind Griffbänder pfiffig.

Sind sie aus Kork, dann bleibt der Griff griffig.

Beim Tischtennisschläger auch gern auf der Kelle

Oder als Dartscheibe ist er zur Stelle.

Als Sprechtrainingskorken der Logopädie.

Als Yogamatte zur Sporttherapie.

 

Als Lattenrostdämpfungsnöppel im Bett.

Als Fugenfüller beim Parkett.

Oder auch gleich ganz als Bodenbelag:

Warm, ruhig und sauber – selbst schuld, wer’s nicht mag.

Bei der Modelleisenbahn geht es flotter

Mit Korkgranulat als Gleisbauschotter.

 

Der uralte Bulldogg leckt nie aus dem Tank

Der Tankdeckeldichtung aus Kork sei Dank!

Auf Korkplatten nageln die Kinder gern viel

Knallbunte Plättchen beim Hämmerchenspiel.

Wer Stricknadeln in seine Tasche legt,

Tut gut dran, wenn jede ein Korkhütchen trägt!

Selbst Rutengängern weiß er zu nützen,

Kork soll nämlich vor Erdstrahlen schützen.

Für alle Fälle und fällt niemals auf:

Als Puffer, als Stopper, als Fuß und als Knauf.

 

Zu den großen Veränderern zählte,

Wer Flasche und Wein mit dem Korken vermählte:

Vor dreihundert Jahr’n in der Grande Nation

Der Benediktinermönch Dom Perignon.

Ihm lassen wir, wenn wir trinken, von allen

Am liebsten und lautesten Korken knallen!

Er erfand auch die taffen Agraffen,

Die dem flüchtenden Korken Zurückhaltung schaffen,

Auf dass er nicht vorzeitig ejakuliere –

Champagner, Erotik… ich phantasiere.

 

Doch ebenso finden auch Kinder Gefallen

Am Korken und seinem vernehmlichen Knallen.

Auf Korkenpistölchens hölzernen Lauf

Setzt sich am Bändchen der Korken drauf.

Dann wird geschoben, dem Stopfen wird’s eng,

Festhalten – „Hände hoch!“ – Drücken, und – Peng!

 

Als bedürfe es mehr noch, den Kork zu adeln,

Sei hier erwähnt sein Umgang mit Nadeln.

Viel gibt’s zu berichten, wo Menschen beginnen,

Ihr Leben mit Pins an die Pinwand zu pinnen.

Da wird erinnert, geplant und gestorben,

Gesucht und gefunden, gewarnt und geworben.

Da steckt, was ich morgen zum Einkauf besorg:

Alles an Nadeln auf Platten aus Kork.

 

Die Forscher erforschten Myriaden Insekten,

Die sie mit Nadeln in Korkflächen steckten.

Der Kork hält sie beide beliebige Zeit

So mühlos gesteckt wie einfach befreit.

Kann Hauen und Stechen und Stoßen verzeih’n:

Kork macht was mit, und Kork steckt was ein.

 

Man sieht Dirigenten das Taktstöckchen heben

Um dem Orchester den Einsatz zu geben.

Es fliegt aus der Hand selbst beim Forte nicht raus,

Denn es läuft im gewichteten Korkbirnchen aus.

Und in dem Orchester, da wären in Nöten

Oboen, Fagotti, Klarinetten und Flöten

Ohne Daumenstütze und Klappendichtung

Anblasrohrstutzen und Zapfenbeschichtung!

Durch Kork wird das Rohr für Musik erst erregbar,

Er hält es zusammen und macht es zerlegbar.

 

Warum nur schenken die Künstler zur Kunst

Nur dem Korkmaterial nicht öfter die Gunst?

Es ist doch gut formbar und dauerelastisch,

Von zarter Struktur und ungemein plastisch.

Die Korkkünstler, Phelloplastiker, stellen

Die Wirklichkeit dar mit großen Modellen.

Was sag ich Modelle – das sind Repliken

Griechisch-römischer Antiken!

 

Da trutzen die Säulen, die Giebel und Stufen,

Du fühlst dich zum Götterdienste berufen!

Du siehst jeden Stein und wie er hervortritt,

Ahnst, wie er mit andern zum Himmel emporschritt,

Da stimmt jede Fuge im Fundament –

Da bist du in Rom! Und von Rom doch getrennt.

Dahin willst du dich im Schauen verlieren,

Da geht dein Herz mit dem Auge spazieren!

„Das ist bloß Kork?“, staunst du. Nein, sag nicht „bloß“!

Sag: Das ist aus Kork. Und das macht es groß.

Für Dieter Cöllen

 

 

 

 

 

Original oder Fälschung? Mini-Ausstellung mit Werken von Albrecht Dürer

Mit einem künstlerischen Leckerbissen öffnet das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake nach der mehrwöchigen Corona-Zwangspause nun endlich wieder seine Tore. „Wir zeigen einige unserer wertvollsten Grafiken“, verspricht der stellvertretende Museumsdirektor Dr. Heiner Borggrefe. Die Besucher können sich auf eine Mini-Ausstellung mit original Werken von Albrecht Dürer höchstpersönlich freuen. Der 1471 in Nürnberg geborene Künstler ist einer der wichtigsten Vertreter der Renaissance.

 

Sowohl christliche als auch sozialkritische Motive sind im Rahmen der Dauerausstellung zu sehen. So zum Beispiel Dürers Kupferstiche „Bauern im Gespräch“, „Bauer und Frau“ oder auch „Verlobung Marias“. Dass sich diese Werke in der umfangreichen Grafik-Sammlung des Hauses befinden, ist vor allem der finanziellen Unterstützung des Freundeskreises des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake und der Kulturinitiative „Frauen für Lemgo“ zu verdanken.

 

Doch damit nicht genug. Gezeigt werden im Rahmen der Mini-Ausstellung auch drei Blätter von Johann Wierix, der Albrecht Dürers Werke im wahrsten Sinne des Wortes „abgekupfert“ und sogar dessen Signatur kopiert hat. Originale und Fälschungen sind dabei kaum zu unterscheiden. Letztere stammen aus dem Nachlass eines Sammlers. Von Wierix zu sehen sind „Maria und Kind – von Engeln gekrönt“, „Christus als Schmerzensmann“ und „Christus am Kreuz“.

 

Mit dem Kupferstechen haben sowohl Dürer als auch Wierix viel Geld verdient. „Besonders bemerkenswert ist dabei die atemberaubende Feinheit der Arbeiten“, betont Dr. Heiner Borggrefe.

Zu sehen ist die Mini-Ausstellung im Rahmen der Dauerausstellung jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 3 Euro für Erwachsene. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

 

 

Fotos: Eckehard Deichsel, Restaurator im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake, hat die Grafiken von Dürer und Wierix gekonnt in Szene gesetzt.

 

 

„Drei bewaffnete Bauern“ – Kupferstich von Albrecht Dürer. Copyright: Weserrenaissance-Museum Schloss Brake

 

 

Hasen und Heilige

Rosemarie Sprute – Bernhard Sprute.

Echo der Renaissance

Sie sind den Alten Meistern der Renaissance auf der Spur, lassen sich von ihnen inspirieren und kreieren daraus etwas aufregend Neues. Die Rede ist von den Künstlern Rosemarie Sprute und Bernhard Sprute. In Kooperation mit dem Weserrenaissance-Museum Schloss Brake und der Lippischen Kulturagentur des Landesverbandes Lippe haben sie die Sonderausstellung „Hasen und Heilige“ auf die Beine gestellt.

Die Sonderausstellung liest sich wie ein Echo auf die Renaissance. Seit vielen Jahren beschäftigen sich Rosemarie und Bernhard Sprute mit dieser faszinierenden Epoche. Für die bevorstehende Sonderausstellung haben sie sich ganz konkret mit herausragenden Werken auseinandergesetzt, die im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake zu sehen sind. Darunter unter anderem die Gärten von Hans Vredeman de Vries oder auch das Stillleben von Joachim Beuckelaer.

„Hasen und Heilige“ –  der Name ist bei dieser Sonderausstellung Programm. Denn die in Bad Oeynhausen lebende Künstlerin Rosemarie Sprute lässt heilige Frauen, Sibyllen, Sultane und venezianische Dogen in einer faszinierenden Atmosphäre erscheinen. Die Reihe der weiblichen Heiligenfiguren entstand in der Auseinandersetzung mit Gemälden des spanischen Malers Francisco de Zurbarán. Die ausgestellten großformatigen Arbeiten zeigen Frauen mit unterschiedlichen legendenhaften Lebensgeschichten wie beispielsweise Casilda von Toledo, Rufina von Sevilla oder Isabel von Portugal. Rosemarie Sprute spannt den Bogen von gestern zu heute und öffnet somit den Blick auch für gegenwärtige Problemfelder: Märtyrerinnen des sogenannten Islamischen Staates, Rolle der Frau in der katholischen Kirche sowie die Ursachen und Folgen von religiös motiviertem Handeln.

„Mein Malprozess ist paradox und von Widersprüchen geprägt“, so beschreibt Rosemarie Sprute selbst ihre Arbeitsweise. Bei ihr geht es um das Auf- und wieder Abtragen von Farbe, Konstruieren und Dekonstruieren von Figuren, Auflösen von einzelnen Bildbereichen und Schaffen einer fragmentarischen, diffusen, quasi unlogischen Oberfläche.

Ganz anders arbeitet hingegen Bernhard Sprute. Er trägt die Farbe sehr dick auf die Leinwand auf und versucht auf diese Art, das Wilde und Ursprüngliche der Natur einzufangen. Tiere liegen dem gebürtigen Detmolder dabei besonders am Herzen – sowohl tot als auch lebendig. In Anlehnung an die niederländische Stilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts präsentiert er in der Sonderausstellung unter anderem einen plastisch gestalteten Hasen.

 

Auch in dem Gemälde „Kreis der toten Tiere“ hat Bernhard Sprute den symbolträchtigen Hasen festgehalten. Seite an Seite mit Vögeln und Bienen hat er ihn im Kreis arrangiert, sich leicht berührend, im Tode vereint, mi den Farben Rot und Grün spielend.

Die Ausstellung ist bis zum 2. August jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake zu bestaunen.

Passend zur Sonderausstellung ist folgende Publikation erschienen:   

Michael Bischoff, Vera Lüpkes (Hg.): Exotische Welten. Unterwegs mit Forschern, Künstlern und Entdeckern, Lemgo 2019, 232 Seiten, durchgängig farbig bebildert, EUR 8,95 ISBN 978-3-945776-02-5

Sonntag, 16. Juni 2019 – Sonntag, 24. November 209 (wegen der großen Nachfrage bis 5.1.2020 verlängert!!!)

Exotische Welten   Unterwegs mit Forschern, Künstlern und Entdeckern

Lust auf einen Tapetenwechsel? Interesse an fernen Ländern, spannenden Kulturen und jeder Menge Abenteuer? Mit der nächsten Sonderausstellung entführt das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake seine Besucher in „Exotische Welten“.   Hier gibt es einen ersten Eindruck in die Ausstellung. Guten Flug!   https://youtu.be/SwxdEbSupS4

„Kommen Sie mit nach Amerika, Indien, Ägypten, Japan und Südafrika“, lädt Kurator Dr. Michael Bischoff zur Ausstellung ein. Schon vor ungefähr 400 Jahren machten sich Reisende wie Engelbert Kaempfer, Hans Jacob Breuning und Jan Huygen van Linschoten auf den Weg, die Welt zu entdecken. Allerdings reisten sie damals nicht, um sich zu erholen und zu vergnügen, sondern aus handfesten politischen, ökonomischen oder wissenschaftlichen Gründen. Die Expeditionen dauerten teilweise jahrelang, waren mühsam und oft lebensgefährlich.

Was die Reisenden sahen, wen sie trafen, worüber sie staunten und was sie verblüffte, verrät die Ausstellung anhand vieler Exponate und der original Reiseberichte. Den von Hans Jacob Breuning beispielsweise gibt es weltweit nur noch acht Mal – das hier zu sehende Exemplar wurde freundlicherweise von der Lippischen Landesbibliothek Detmold als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Die in den Berichten beschriebenen Erlebnisse sowie die darin enthaltenden Bilder lösten zur damaligen Zeit Faszination und Staunen aus. So etwas hatte man noch nie gesehen oder gehört.

Das, was die Reisenden von damals als „Mitbringsel“ im Gepäck hatten, sind die Ausstellungsstücke von heute. Freuen kann man sich somit auf eine regelrechte „Kunst- und Wunderkammer“ mit kostbaren Objekten wie beispielsweise einer afrikanischen Maske, der magische Kräfte zugesprochen wurden. Zu sehen sind auch seltene Tierpräparate beispielsweise von einem Paradiesvogel, einem Kugelfisch und einem nordamerikanischen Bären. Sie alle wurden vom Lippischen Landesmuseum Detmold zur Verfügung gestellt.   Darüber hinaus stellt das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake Naturalien wie Muscheln oder auch Tierschädel aus. Ein echter Hingucker ist sicherlich ein beeindruckender Walrossschädel – entliehen vom Übersee-Museum Bremen. Gezeigt werden aber auch ethnographische Gegenstände wie Waffen, Werkzeuge, Kleidung und Kunsthandwerk.

Das Besondere an der Ausstellung: Wer selbst das eine oder andere exotische Stück zuhause hat und es vorübergehend im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake ausstellen möchten, kann sich gern melden unter info@museum-schloss-brake.de.   Im Ausstellungszeitraum finden immer sonntags um 15 Uhr öffentliche Führungen statt. Außerdem stehen viele abwechslungsreiche Begleitveranstaltungen auf dem Programm. Angefangen bei Puppentheater über Bauchtanz und eine Lesung bis hin zu einem Konzert mit aserbaidschanischer Musik. Für Kindergärten, Schulen und Erwachsenengruppen gibt es spezielle Mitmach-Angebote.

Mitmach-Programme zur Sonderausstellung „Exotische Welten“   Für Kindergärten und Grundschulen: Sei kein Frosch und reise mit!   Frösche findet man auf der ganzen Welt. Und sie haben jede Menge zu erzählen. In einer kindgerechten Führung dreht sich alles ums Reisen, um weit entfernte Länder und um Tiere, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Passend dazu  lesen wir ein japanisches Märchen über zwei reisende Frösche, basteln die grünen Gesellen in Origamitechnik und lassen sie hüpfen. Wer schafft es wohl in den Teich? Dauer: 1 Stunde; Eintritt: 2 Euro pro Kind; Erzieher und Lehrer frei!

Ab 5. Klasse: In einer Stunde um die Welt Ganz schön gefährlich! Bevor es Autos, Züge und Flugzeuge gab, war das Reisen oft mühsam und dauerte teilweise jahrelang. Ob man heil wieder zuhause ankam, war mehr als fraglich. Im Rahmen einer kurzweiligen Führung lernen die Schülerinnen und Schüler unglaubliche Geschichten über exotische Länder, ihre Bewohner und ihre Tierwelt kennen. Außerdem erfahren die Kids spielerisch mit Hilfe eines Fröbelturms, dass auf Reisen alle an einem Strang ziehen müssen. Dauer: 1 Stunde; Eintritt: 2 Euro pro Kind; Erzieher und Lehrer frei!

Für Erwachsene: Dahin, wo der Pfeffer wächst Warum zog es die Weltenbummler von einst eigentlich in exotische Länder? Was haben sie gesucht und gefunden? Wie spiegelt sich das Erlebte in ihren bebilderten Reiseberichten wider? Und warum wünschen wir manche Mitmenschen immer noch dahin, wo der Pfeffer wächst? Dauer: 1 Stunde; Eintritt: 33 Euro pro Gruppe plus 2 Euro Eintritt pro Person Anmeldungen erbeten unter Tel. 05261/945010 oder per Mail unter info@museum-schloss-brake.de.     Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr zu bestaunen.      

Sonntag, 23. Juni 2019, bis 5. Januar 2020   Surreale Sonderausstellung „Achtung Bildakrobat!“

Bildmontagen sind seine große Leidenschaft. Die Kunstwerke des lippischen Fotografen Merten Kunisch, besser bekannt als „Der Bildakrobat“, sehen zwar realistisch aus, sind aber surreal.  Und genau das macht ihren Reiz aus.   Hier gibt es einen ersten Einblick in die Ausstellung. Guten Flug!   https://www.youtube.com/watch?v=JvUzNHZ-cT4

Seine erste analoge Kleinbildkamera bekam Kunisch im Kindergartenalter. Später gab es mit 14 Jahren die erste analoge Spiegelreflexkamera. Es folgte die analoge Filmentwicklung mit Fotoabzügen in der Dunkelkammer. Irgendwo dazwischen wurden Polaroidbilder manipuliert. „Man konnte die Entwicklungsflüssigkeit der unbelichteten Sofortbilder ins Bild herauspressen. So entstanden dann abstrakte Farbbilder durch die unkontrollierte Belichtung“, so Kunisch.

Als die ersten digitalen Consumerkameras den Markt eroberten, folgten die ersten Versuche in der elektronischen Bild- und Videobearbeitung am Computer. „Die digitale Bildbearbeitung gibt mir die Möglichkeit, Stimmungen zu zeigen, die ein normales Foto nicht bieten kann“, erklärt Kunisch.   Heute nutzt er die Bildbearbeitung ganz bewusst zur Manipulation. „Vielleicht wird auch dem einen oder anderen bewusst, wie leicht man heute Bilder und Videos manipulieren kann. Wir alle übersehen das in der heutigen Medienlandschaft oft“, sagt Kunisch.

Inzwischen sind die Bilder des Bildakrobaten in Medien in über 55 Ländern publiziert worden. „Eine Tageszeitung in Indien hat das Bild mit dem Schiff großflächig gedruckt und ein großes Lifestyle-Magazin aus Asien hat mich als digitalen Dali der Neuzeit bezeichnet“, erinnert sich Kunisch. Publikationen von Bildern in renommierten, deutschsprachigen Fachzeitschriften gehören ebenfalls zu Kunischs Reputation. Regional ist Kunisch auch für Großprojekte wie die „Wimmelfotos“ bekannt, bei denen jeweils mehrere hundert Menschen einzeln fotografiert werden und in Bildmontagen zusammengefasst werden.   Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake zu bestaunen.

Hinweis:   Sonntag, 8. September 2019, 11 und 16 Uhr   Tag des offenen Denkmals Fotokünstler Merten Kunisch führt durch seine Ausstellung   In diesem Jahr steht der Aktionstag unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Es geht um das Überwinden von tradierten Ansichten, Techniken, Erklärungen und praktischen Umsetzungen. Dementsprechend führt Merten Kunisch, besser bekannt als „Der Bildakrobat“, an diesem Tag persönlich durch seine Ausstellung und zeigt, was sich dank moderner Technik in der Fotokunst verändert hat und möglich wird. Der Eintritt ist am “Tag des offenen Denkmals” frei!  

Vergangene Ausstellungen

Sonntag, 9. Dezember 2018 – Sonntag, 20. Januar 2019   Weyhnacht – Bergmänner, Lichterengel und Kinderspielzeug aus dem Erzgebirge   Leuchtende Glockenengel, figurenreiche Krippen und Puppenstuben, Bauernhöfe und Miniaturspielzeug soweit das Auge reicht! Mit der neuen Sonderausstellung „Weyhnacht – Bergmänner, Lichterengel und Kinderspielzeug aus dem Erzgebirge“ bringt das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake nicht nur Kinderaugen zum Strahlen.   Passend zur Eröffnung am Sonntag, 9. Dezember, um 11.30 Uhr legt sogar der niederländische „Sint Nicolaas“ mit seinen Gehilfen, den „zwarte Pieten“ einen Zwischenstopp im Schloss ein. Außerdem steht eine märchenhafte Aufführung der Ostschule Lemgo zu Tschaikowskis „Nussknacker“ auf dem Programm.   Im Rahmen der Ausstellung kann man sich auf mehr als 1000 kunstvoll geschnitzte und gedrechselte Objekte aus dem Erzgebirge freuen. Einige von ihnen sind so klein, dass sie sogar in eine Streichholzschachtel passen wie beispielsweise drei Sternsinger. Andere wiederum sind einen Meter groß. Die Rede ist von einer fünfstöckigen, drehbaren Pyramide aus dem 19. Jahrhundert. Maria mit dem Kind ist darin zu sehen, die Heiligen drei Könige ebenfalls, eine gebückte Holzsammlerin, ein fröhlicher Vogelhändler und jede Menge Tiere – allesamt von Kerzen umstellt, versteht sich.   „Zum ersten Mal in der Geschichte des Museums präsentieren wir eine Sonderausstellung der besinnlichen Art. Bei uns kann man dem Weihnachtsstress entkommen, entschleunigen, die Vorweihnachtszeit genießen und sich an sächsischem Kunsthandwerk erfreuen “, empfiehlt Museumsdirektorin Dr. Vera Lüpkes.   Ein Mitglied des museumseigenen Freundeskreises hatte angeregt, die private Sammlung der Eheleute Dr. Brockhaus aus Lemgo in den neuen Ausstellungsräumen zu zeigen. Eine Seite der Familie ist im Erzgebirge verwurzelt und hat über Jahrzehnte hinweg die dort entstandene Volkskunst gesammelt, gekauft oder auch geschenkt bekommen.   Zum Hintergrund: Im 19. Jahrhundert erfuhr der Bergbau im Erzgebirge einen konjunkturellen Einbruch. Die Bergleute mussten sich einen Nebenerwerb suchen. Was lag da näher, als das Holz des waldreichen Gebirges nicht mehr nur als Grubenholz zu nutzen? So entstanden zauberhafte Figuren, die bis heute wunderbar weihnachtliche Stimmung verbreiten.   Der Bergbau und die christliche Symbolik hängen dabei eng miteinander zusammen. So gehören Bergmann und Engel als Lichterträger wie Zwillinge zueinander. Lichter und Glocken spielten im Bergbau eine lebenswichtige Rolle. Ohne Kerzen hätten die Bergleute im Stollen nichts gesehen und die Bergglocke zeigte den Stand des Grundwassers an. Einer dieser Stollen hieß sogar „Weyhnacht“ – und wurde somit Namensgeber für die neue Sonderausstellung im Weserrenaissance-Museum.   Wie aufwändig die Fertigung der erzgebirgische Volkskunst ist, kann man anhand der Ausstellungsstücke zwar erahnen, aber am Sonntag, 16. und 30. Dezember sowie am 6. Januar, können die Besucher live miterleben, wie die Späne fliegen. Jeweils von 12 bis 17 Uhr darf man dem Drechsler Bastian von Goetz bei seiner Arbeit über die Schulter schauen.   Ein echter Hingucker während der gesamten Ausstellungsdauer ist sicherlich auch ein drei Meter großer Tannenbaum, der den Raum mit seinem unwiderstehlichen, weihnachtlichen Duft erfüllt. Dank der freundlichen Unterstützung des Lemgoer Einzelhandels Doerfert ist der Baum über und über geschmückt mit den liebreizenden Dekorationen aus dem Hause Wendt & Kühn.  Diese können auch im Museumsshop gekauft werden. Auch die Stiftung Eben-Ezer bietet Handarbeiten zum Verkauf an, und stellt Kindermöbel für die Kinderspielecke zur Verfügung. Dort liegt das berühmte Fröbel-Spielzeug, das noch immer hergestellt und weltweit exportiert wird. Hier ist ausprobieren, knobeln und Spaßhaben angesagt.   Darüber hinaus gibt es vor allem für Kindergärten und Schulklassen ein museumspädagogisches Angebot. Nach einer Kurzführung durch die Ausstellung kann man beispielsweise Glücksschweinchen – wie im Erzgebirge – selbst schnitzen oder köstliches Marzipan selbst herstellen.   Nähere Informationen und Anmeldungen unter Tel. 05261/945010 oder per Mail an info@museum-schloss-brake.de. Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Januar dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr zu bestaunen. Am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar ist das Museum geschlossen. Zwischen den Feiertagen bietet sich dafür aber der zweite Weihnachtstag hervorragend für einen Besuch an. Fotos: Herrmann/Weserrenaissance-Museum Schloss Brake

Sonntag, 29. Juli 2018 – Sonntag, 4. November 2018   #pARTicipate – Mach Dich zum Kunstwerk   Der berühmten Mona Lisa einen Schnäuzer malen und das blaue Pferd von Franz Marc mit einer Möhre füttern? Wo gibt es denn so etwas? Im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo! Vom 29. Juli bis zum 4. November 2018 überrascht das frisch renovierte Haus mit einer Sonderausstellung der besonderen Art, denn Langeweile war vorgestern. Mit der Ausstellung „#pARTicipate – Mach Dich zum Kunstwerk“ lädt das Museum Alt und Jung zum Erleben, Mitmachen und vor allem Spaß haben ein.     Freuen kann man sich auf 19 großformatige reproduzierte Topwerke der Kunstgeschichte. Fast jeder ist ihnen irgendwann in seinem Leben schon einmal irgendwo begegnet. Wer kennt sie nicht, die herzzerreißenden Raffael-Engel, „Die Geburt der Venus“ von Botticelli oder den „Schrei“ von Edvard Munch? Beginnend in der Renaissance führt die Abenteuerreise von Michelangelo über Manet und Degas bis hin zu Picasso und Keith Haring. In den begleitenden, leicht verständlichen Texten erhält man kurze und knackig formulierte Informationen zu den Künstlern, ihren Werken und den Epochen.   Die Besucher können eine äußerst unterhaltsame und dennoch lehrreiche Zeitreise durch 500 Jahre Kunstgeschichte unternehmen – und  Teil der Kunstwerke werden. Diesen Moment der Begegnung dürfen sie mit der Kamera aufnehmen und nach Lust und Laune in den sozialen Medien posten. „So findet die Ausstellung durch die Selbstinszenierung quasi im Handumdrehen Fans und animiert jeden, bei diesem Event mitzumachen – Kultur für alle“, betont die Museumsdirektorin Dr. Vera Lüpkes.     Mit dieser Ausstellung betritt das Museumsteam spannendes Neuland. Mit dem Umbau des Weserrenaissance-Museums weht ein spürbar frischer Wind durch die renovierten Gemäuer, und zwar ganz bewusst. Kunst ist für alle da – und das Museum ermöglicht mit dieser Ausstellung einen völlig neuen, und vor allem spielerischen Zugang dazu. Es geht um neue Formen der Kommunikation und darum, den Besucher selbst und auch die neuen Medien miteinzubeziehen. Das Weserrenaissance-Museum wird somit zu einem lebendigen Ort, an dem mit Kunst experimentiert werden darf und kann.   Vor allem die jüngeren Besucher können sich an der Kasse gern mit Malvorlagen und Buntstiften eindecken und somit die Ausstellung noch intensiver auf eigene Faust erleben.     Abgesehen von regelmäßigen Führungen durch die Ausstellung (jeweils sonntags um 15 Uhr) kann man auch besondere museumspädagogische Angebote buchen. Wie wäre es beispielsweise mit einem Malkursus unter dem Motto „Fälschen für Anfänger“? Außerdem können Kindergärten Buttons selber gestalten in dem Kursus „Ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt“. Darüber hinaus  dürfen Grundschüler „Malen wie Michelangelo“. Die weiterführenden Schulen dürfen sich auf „Selfie-Mania-Events“ freuen.   Anmeldungen werden ab sofort entgegen genommen unter Tel. 05261/945010 oder per Mail unter info@museum-schloss-brake.de.     Unterstützt und gesponsert wird die Ausstellung von der Rudi-Scharf-Stiftung, Phoenix Contact, der Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe, der Stiftung „Für Lippe“, dem Landesverband Lippe, der Alten Hansestadt Lemgo, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der Lippischen Landes-Brandversicherungsanstalt, der Abfallbeseitigungs GmbH Lippe, der Sparkasse Lemgo sowie dem Institut für Kulturaustausch.   Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr zu bestaunen – donnerstags sogar bis 20 Uhr. Ein echter Mehrwert für alle werktätigen Besucher und die, die nach Feierabend ein Teamhappening aus der Ausstellung machen möchten.     Der Eintritt zur Ausstellung beträgt 5 Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren. Eine Familienkarte ist für 10 Euro im Angebot, und Schüler im Klassenverbund zahlen 2 Euro.

 

Sehen Sie sich auch die Website zur Ausstellung an (www.machs-maul-auf.de):

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3. September 2017 – 7. Januar 2018

Mach’s Maul auf – Reformation im Weserraum
 
 
500 Jahre nach Martin Luthers Thesenanschlag zeigt das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake eine Ausstellung über die Reformation in Nordwestdeutschland. Erstmals werden die kulturellen, politischen und kirchlich-religiösen Rahmenbedingungen der Reformation in der Region veranschaulicht. Anhänger von Martin Luther predigten schon früh in Bremen, Braunschweig, Minden und Herford. Zusammen mit den Bürgern der Städte wendeten sie sich gegen die katholische Kirche. Es gab Aufruhr. Die Bürger stürmten Kirchen und Klöster. Sie zerschlugen Altäre und Heiligenbilder. Fürsten – Landgraf Philipp der Großmütige in Kassel und Herzog Ernst der Bekenner in Celle – zählen zu den Vorkämpfern der Reformation. Sie begründeten mit Luther die evangelische Kirche, die nun unabhängig war vom Papst in Rom.   Die Ausstellung veranschaulicht die Entstehung und den Verlauf der Reformation im Weserraum. Gemälde, Skulpturen, Flugblätter, anregende Inszenierungen und moderne Medien führen uns die enormen Veränderungen und den Wandel der christlichen Religion vor Augen. Die Entstehung der verschiedenen Glaubensrichtungen wird einfach und verständlich dargestellt. Eine besondere Rolle fällt den Neuen Medien der Lutherzeit zu: Ohne den Buch- und Bilderdruck hätte sich die Reformation nicht so schnell ausbreiten können.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreich bebilderter Katalog. Ein kulturpädagogisches Begleitprogramm wird die Ausstellung ergänzen.

29. April 2017 – 11. Juni 2017

heimat.nrw – Fotoausstellung der NRW-Stiftung mit Fotos von Horst Wackerbarth   Zur Wiedereröffnung zeigt das Weserrenaissance-Museum eine ungewöhnliche Fotoausstellung mit rotem Sofa und Selfie-Station   Die Rote Couch ist das Markenzeichen des international bekannten Künstlers Horst Wackerbarth. Er war damit unterwegs in der Eiswüste Alaskas und im Regenwald Südamerikas, in den Metropolen Europas und den Dörfern Sibiriens. Nun reiste der Fotokünstler im Auftrag der NRW-Stiftung mehr als ein Jahr lang durch alle Regionen Nordrhein-Westfalens, um für das Porträt „heimat.nrw” mit seiner berühmten Roten Couch besonders typische und besonders markante Orte und Menschen in Szene zu setzen. So entstand ein Porträt des Landes und seiner Bewohner, bestehend aus zahlreichen großformatigen Bildern und Videowerken.   Eine umfangreiche Auswahl mit den Ergebnissen seiner Reise wird nun vom 29. April bis zum 11. Juni 2017 im Weserrenaissance-Museum im Lemgo zu sehen sein, das nach umfassender Restaurierung und Erweiterung mit den Werken Wackerbarths wiedereröffnet.   Wackerbarths Werke ermöglichen einen ungewöhnlichen Blick auf die kulturelle, wirtschaftliche und naturräumliche Entwicklung des Landes. Viele der besuchten Orte haben zudem einen Bezug zu Natur- und Kulturprojekten der NRW-Stiftung. So gehören etwa das mit Hilfe der NRW-Stiftung restaurierte Junkerhaus in Lemgo, die Senneschäferei in Hövelhof, das Weißstorch-Schutzprojekt in Minden oder das Kaiser-Wilhelm-Denkmal zu seinen Motiven mit Bezug zur NRW-Stiftung. Für „heimat.nrw“ greift der Fotograf aber auch aktuelle Themen wie Migration, Inklusion Wirtschaft und soziale Themen auf.   Die Besucher der Ausstellung in Lemgo haben zudem die Möglichkeit, auf der berühmten Couch zu sitzen, sich darauf selbst zu fotografieren und so Teil des Projektes „heimat.nrw“ zu werden. Wackerbarths Ziel ist es, ein Porträtwerk zu schaffen, eine Galerie der Menschheit. Die Rote Couch ist dabei gemeinsamer Nenner, Bühne, Thron und Kommunikationsplattform zugleich. „Die Rote Couch bringt alle Menschen auf Augenhöhe!“ so der Künstler, der seine Arbeit als „work in progress“, als eine „never ending story“ bezeichnet, die erst mit Wackerbarths Tod enden wird. Bis heute haben über 800 Menschen in 52 Ländern auf der Roten Couch Platz genommen und die universellen Fragen, die Wackerbarth seinen Protagonisten stellt und mit Video aufzeichnet, wurden in 53 Sprachen beantwortet.   Wackerbarths Arbeiten sind in 10 Buch-Monografien veröffentlicht, wurden in mehr als 50 Einzelausstellungen in Museen und Galerien weltweit gezeigt und sind in 13 bedeutende Sammlungen zeitgenössischer Kunst aufgenommen. „Wir freuen uns außerordentlich, dass wir anlässlich der Wiedereröffnung unseres Museum eine so hochkarätige Ausstellung zeigen können“, sagt Dr. Vera Lüpkes, leitende Direktorin des Weserrenaissance-Museums.   Gefördert von der NRW-Stiftung https://www.nrw-stiftung.de  

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